TUM Entrepreneurship Day 2025
- Gunnar Gombert STRATEGY CONSULTING

- 27. Juni 2025
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 30. Juni 2025
PropTechs im Schatten eines Giganten
Gunnar Gombert Strategy Consulting war zu Gast beim TUM Entrepreneurship Day – einem der führenden Innovations-Events im deutschsprachigen Raum. Die Veranstaltung bot inspirierende Impulse, intensive Gespräche mit Gründer:innen und Investoren sowie fundierte Einblicke in die aktuelle Datenlage zur Startup-Landschaft in der DACH-Region. Ein besonderer Dank gilt der Technischen Universität München und dem Organisationsteam für die Einladung und die hervorragende Plattform zum Austausch.

Immobilienwirtschaft: Hochrelevant, aber unterrepräsentiert im Startup-Ökosystem
Die Immobilienbranche spielt eine tragende Rolle in der deutschen Volkswirtschaft:
Rund 20 % des BIP entfallen direkt oder indirekt auf immobilienbezogene Leistungen.
Etwa 10 % der Erwerbstätigen sind in der Branche tätig.
Trotz dieser Bedeutung zeigt eine aktuelle Analyse der finanzierten Startups (Gründungsjahre 2014–2024), dass nur 4,8 % in Deutschland, 4,4 % in Österreich und 3,8 % in der Schweiz dem Bereich Real Estate zugeordnet werden können. Im DACH-Durchschnitt liegt der Anteil bei lediglich 4,6 % – also deutlich unterhalb der volkswirtschaftlichen Relevanz.
Zum Vergleich: Health, Enterprise Software und Fintech kommen auf deutlich zweistellige Anteile, mit Spitzenwerten von über 26 % im Gesundheitsbereich in der Schweiz.

Warum ist Real Estate strukturell unterrepräsentiert?
Fünf zentrale Gründe erklären die geringe Sichtbarkeit von Immobilien-Startups im Vergleich zu ihrer wirtschaftlichen Bedeutung:
Hohe Fragmentierung: Die Immobilienwirtschaft ist kein homogener Markt. Sie gliedert sich in viele Teildisziplinen – von Projektentwicklung, Finanzierung, Bewirtschaftung bis hin zu regulatorischen und technischen Services. Diese Zersplitterung erschwert skalierbare digitale Lösungen.
Kapitalintensität: Geschäftsmodelle im Real Estate-Bereich sind häufig kapitalgebunden, langfristig und risikobehaftet – ein Spannungsfeld zur typischen VC-Logik.
Regulatorische Komplexität: Der Einstieg in Immobilienmärkte setzt tiefes Verständnis für nationale und regionale Gesetzgebungen voraus – ein Hindernis für viele Gründer:innen.
Geringe Transparenz und Datenzugang: Die Branche leidet unter mangelnder Standardisierung und eingeschränktem Datenzugang, was die Identifikation und Lösung konkreter Probleme erschwert.
Fokus von Investoren: Kapitalgeber bevorzugen derzeit skalierbare Softwaremodelle – Real Estate gilt vielfach als „konservativ“, „nicht digital genug“ oder „zu asset-heavy“.

Impulse vom TUM Entrepreneurship Day
Gerade deshalb ist der TUM Entrepreneurship Day so wertvoll: Er verbindet akademische Tiefe mit unternehmerischer Praxis und bringt Technologie-Exzellenz in den Dialog mit Anwendungsfeldern. Die Veranstaltung verdeutlichte das Potenzial, das in PropTech-Initiativen steckt, wenn diese strukturell und strategisch adressiert werden.
Beispiele mit hohem Hebel:
Digitale ESG-Tools und automatisierte Reportings
KI-basierte Standort- und Marktanalysen
Plattformlösungen für Betrieb und Instandhaltung
Standardisierte Schnittstellen zu Bestandssystemen
Neue Investment- und Transaktionsmodelle

Fazit: Vom Silo zur Plattform – Zeit für systemische Immobilieninnovation
Die Immobilienwirtschaft ist systemrelevant – doch ihre Innovationskraft ist strukturell gehemmt. Der TUM Entrepreneurship Day hat gezeigt, dass genau hier ein strategischer Hebel liegt: Nicht mehr Technologie um ihrer selbst willen, sondern gezielte Lösungen für reale Marktfragmentierung, Komplexität und Ineffizienz.
Gunnar Gombert Strategy Consulting unterstützt Unternehmen und Gründer:innen dabei, diese Lücke zu schließen – mit klarer Marktkenntnis, strategischer Begleitung und einem tiefen Verständnis der immobilienwirtschaftlichen Realität.


